Husten! Wir haben ein Problem.

Seit gestern habe ich definitiv einen Durchhänger und fühle mich wie ein Fruchtzwerg mit einem dicken Schnodderschädel. Mein Immunsystem wurde geentert von fiesen Godzilla-Viren. Hunderte. Tausende. Nein: Millionen. Der pochende Kopf auf meinem saft- und kraftlosen Körper schreit nach einem Bett. JETZT.

Nichts da. Es handelt sich schliesslich „nur“ um einen Schnupfen gepaart mit einem prall gefüllten Kopf voller Schleim und dieser magisch rauchigen Stimme. En passant: Kein Covid. Also alles halb so schlimm und Tüddelkram.

Weichei – Warmduscher – halt einfach Mimimi 😭

Im Badezimmerschrank findet sich lediglich Beinwell-Salbe vom letzten Muskelkater und Vitamin D. Dumm gelaufen.

Ergo: Ab Marsch in die Apotheke. Der junge Mann hinterm Tresen schlägt homöopathische Globuli vor. Mit letzter Kraft mühe ich mir ein Grinsen ab. Ich. Bin. Krank. Was soll ich da mit diesen klitzekleinen Schwestern von Placebo? Schmunzelnd flüstere ich ein „Nein Danke, aber mit Hühnerbrühe habe ich es bereits probiert.“ An meiner Schläfe pocht es eifrig weiter, in meinem Schädel sitzt David Ghetta am Mischpult und dreht den Sound voll auf.

Foto von  Matthew Henry auf  Unsplash

Trink warme Milch mit Honig … 🥴

Der Apotheker lächelt mich voller Mitgefühl an und verkauft mir letztendlich ein synthetisches Opioid, sprich Schmerzmittel. Eine Packung mit Pillen so gross wie Zäpfchen. Egal. Her damit.

Meiner verschnupften Seele geht es danach wieder besser. Der Vorteil einer Erkältung liegt klar auf der Hand. Man sieht es dir an: Kalkweisser Teint, dünne Baritonstimme und ein schleppender Gang. Der Zuspruch deines Umfelds ist dir also sicher und die gutgemeinten Ratschläge kommen ungefragt en masse:

Ingwertee, Quarkwickel, Inhalieren von Wasserdampf, Gurgeln mit Salbei oder eine Nasendusche mit Salzwasser. Zugegeben: Alles Hausmittelchen, die funktionieren. Nur: Allein der Gedanke Dinge zu konsumieren, die ich ansonsten sehr gerne meide, lässt meine Magensäure nach oben schiessen. Ich habe im wahrsten Sinne des Wortes „die Nase voll von“ Ingwer, Salbei oder Schichtkäse auf meinen Waden. Nein, das wäre in meinem Fall eher kontraproduktiv. Bei mir gibt’s in solchen Fällen ausschliesslich Lieblingskost plus rezeptfreie und wohldosierte Acetylsalicylsäure. Am allerbesten hilft bei mir aber schlafen, schlafen, schlafen! Quasi eine „Wick-Medi-Night“ 🤣.

Ob Männergrippe oder Frauenschnupfen: Wie auch immer: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen sie die Packungsbeilage und fragen sie ihren Arzt oder Apotheker. Das gilt fürs schwache wie auch fürs starke Geschlecht 😉.