Der Augenarzt hat mir eine Kamera ins Auge eingebaut…

Das Leben schreibt einfach die besten und vor allem spannendsten Geschichten.Dies ist die abenteuerliche Geschichte von meiner charmanten 50jährigen Neukundin:

Vor etwa zwei Jahren hatte sie den inständigen Wunsch sich die Augen zu lasern. Schliesslich klappte es ja auch bei ihren beiden Schwestern. Warum also nicht auch bei ihr?  Der Augenarzt überzeugte sie aber von einer noch besseren Methode. Wissen Sie, der Augenarzt hat mir eine Kamera ins Auge eingebaut. Leider hat es mit der ersten Kamera nicht funktioniert, auch die Operation der zweiten Kamera ist nicht geglückt. Der Augenarzt hat mir daraufhin eine Kontaktlinse aufgesetzt, damit konnte ich aber überhaupt nichts sehen. Sein Wunsch (!) wäre es nun, bei uns abklären zu lassen, welche Kontaktlinse die beste Korrektur für eine Monovision bietet, damit er danach das linke Auge lasern könne.

WAS?! Nun war ich doch ein wenig sprachlos (und das passiert mir sehr selten).Was genau hat er denn bei Ihnen ins Auge eingebaut? Ich fragte behutsam nach, damit ich die Sachlage auch wirklich richtig verstand.

Na ja, eine Art Scheibchen in Form einer Blende.

Aha. Nun wusste ich, um was es sich dabei genau handelte und mir dämmerte, was sie mit ihrem bezaubernden französischen Slang versuchte mir zu erklären.

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Schon einmal gesehen?

Okulärer Albinismus
 

Beim Albinismus handelt es sich um einen Gendefekt. Die Produktion des wertvollen Pigments Melanin wird im Körper wenig oder ganz blockiert. Die Regenbogenhaut der Augen ist blau, grau, grün oder braun. Je nach Lichteinfall erscheint die Iris aber rot, da der rote Augenhintergrund durch die Pigmentarmut der Blutbahnen durchschimmert. Die Augen können den Lichteinfall nicht regulieren und die Betroffenen haben dadurch eine stark verminderte Sehfähigkeit.

In dem vorliegenden Fall handelt es sich um ein 18jähriges türkisches Mädchen mit einem okulären Albinismus. Dabei hat sich der Melaninmangel ausschliesslich auf die Augen ausgewirkt. Die Haare und die Haut sind normal pigmentiert. Das Mädchen leidet zudem noch unter einem Nystagmus (Augenzittern). Im Foto sind die Augenlinse und auch die Zonulafasern sehr gut erkennbar. Die elastischen Zonulafasern stabilisieren die Augenlinse und übertragen die Bewegung des Ziliarmuskels auf die Linsenkapsel. Damit kann sich die Augenlinse auf die unterschiedlichen Sehentfernungen einstellen.

Das Mädchen wurde mit individuellen weich-torischen Kontaktlinsen erfolgreich versorgt. Das Augenzittern konnte mit der optimalen Korrektur vermindert werden.

Endlich wieder sehen können!

Schon lange her, dass mich ein Kontaktlinsenfall so sehr beschäftigt und berührt hat. Ein Fall, den man nicht alle Tage hat und mit einem tragischen menschlichen Schicksal verbunden ist. Ein Fall, der einem aufzeigt, wie klein und unwichtig die eigenen Probleme sein können.

Letzte Woche bekam ich einen Anruf eines Augenarztes, der mich bat, bei einer Patientin mit einem sehr interessanten operierten Auge, eine therapeutische Kontaktlinse aufzusetzen. An sich für uns nichts Ungewöhnliches, eine Tätigkeit, die in unserem alltäglichen Geschäft immer mal wieder vorkommt. Ich sollte der Patientin eine neue weiche Kontaktlinse zum Schutz ihrer vor zwei Tagen operierten Hornhaut aufsetzen. Es würde sich dabei um die sogenannte „Boston-Keratoprothese“ handeln. Der Augenarzt geriet förmlich ins Schwärmen.

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