Von Nervensägen, Quälgeistern und Unruhestiftern

Na, wann hattet ihr das letzte Mal das Vergnügen mit einer echten Nervensäge? Bei mir ist das erst ein paar Tage her. PUH.

Es hätte ein friedlicher und ruhiger Feierabend werden können – Nun ja: Fehlanzeige.

Da war er: Ein frech grinsender kämpferischer Störenfried like Darth Vader: In der Hand ein Jedi-Laser-Schwert … NEIN … eine Schutzmaske!

«Kommt überhaupt nicht in Frage, die trage ich nicht! Hätte ich das gewusst, wäre ich lieber zu Hause geblieben!» Ohne ein Hallo und wie geht’s ihnen schmetterte sie die Hygienemaske auf mein Pult. Wildentschlossen. Ich kenne meine Kundin schon s e h r viele Jahre. Sogar ziemlich gut. Und ich weiss auch: Sie kann verdammt schwierig und widerspenstig sein.

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Das ist doch Pillepalle!

Es ist soweit: Der Totengräber wartet bereits. Hier und jetzt. Das bisherige Leben fliegt im ultraschnellen Zeitraffer vorbei. Das Immunsystem kollabiert. Eine Meute von hundert störenden kleinen gemeinen Teufelskerlen stürmt gleichzeitig das Auge. Nein was sag ich: Es sind Tausende, Millionen. Der letzte Wille: „Bitte mach die Kontaktlinse wieder raus! Schnell. Ich halt’ s nicht aus!
ICH WILL KEINE KONTAKTLINSEN MEHR.“

STOP! Wer jetzt denkt: «HA, das war doch sicher ein Mann!» 😊 Tja, den muss ich enttäuschen. Wette verloren. Nö! Von wegen: Starkes Geschlecht und so. NÖÖÖÖ! Vor mir: Ein weiblicher Teenager in voller pubertierender Blüte, an der Stuhlkante sitzend, die Sitzlehnen fest umklammert, starrt sie mich  mit einem tomatenroten Kopf völlig entgeistert an.

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Neulich auf der Damentoilette

Nach dem Besuch auf der Toilette geht’s zum Hände waschen. Der übliche Blick in den Spiegel folgt.  Grimasse schneidend – like Mister Bean – wird kontrolliert: Sitzt die Frisur? Lippenstift nachziehen? Essensreste in den Zähnen? OK, passt!

Die Frau neben mir fingert sich am Auge herum. Sehr wahrscheinlich stört sie etwas. Tja, mein Kennerblick sagt sofort: die Kontaktlinse ist schuld. KLACK – die Linse fällt – der Schrei des Entsetzens folgt sogleich: „UHH nein, auch das noch!“ Das kleine transparente 😊 Stück Kunststoff liegt nun irgendwo in den Weiten eines riesig anmutenden weissen Waschbeckens. Zweite,  ganz typische Reaktion: „STOPP nicht bewegen: Meine Linse…!“

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Der Mond ist aufgegangen …

Ich bin Euch noch eine Antwort schuldig 🙂 ! Vor kurzem habe ich Euch ja von meiner esoterischen Kundin erzählt, die „nur“ aufgrund des Pendelausschlags die Entscheidung für oder gegen ein Linsensystem gefällt hat.

Nun war ich natürlich sehr darauf gespannt, was sie mir bei der ersten Nachkontrolle berichten würde. Sie habe eine weniger gute Fernsicht (sie hat Recht, der Grund liegt an der noch zu verbessernden Korrektion), die Nähe sei aber hervorragend (stimmt auch!). Allerdings könne sie die Kontaktlinsen nicht weiterhin tragen, da sie momentan  die Mond-Kraft nicht ausnutzen kann und eine bessere Konstellation abwarten müsse.

OKAY … mir fiel auf die Schnelle kein passendes Gegen-Argument ein.
Nun warten wir beide auf einen möglichst günstigen Zeitpunkt. Soll ich mir nun wirklich einen Mondkalender zulegen? Ich hoffe sehr, dass ihr vor der nächsten Kontrolle nicht noch eine schwarze Katze über den Weg läuft 😉

Bitte zeige mir, welche Richtung positive Energie zeigt!

Jetzt bin ich doch schon seit über zwanzig Jahren in der „Kontaktlinse“ tätig, aber das ist mir tatsächlich in der KL-Anpassung noch nie passiert.

In der jährlichen Nachkontrolle klagte meine langjährige Kundin über Probleme in der Nähe. Wie immer erkläre ich meinen Kunden die unterschiedlichen Linsensysteme nicht nur verbal, sondern skizziere die Möglichkeiten auf ein schlichtes weisses Papier. Das hat sich super bewährt. Alles was man hört und sieht, kann sich „Mensch“ ja bekanntlich besser einprägen.

Nachdem ich meiner Kundin alles erläutert hatte, sprang sie vom Stuhl, huschte zu ihrer Handtasche und holte ein Schwere-Pendel heraus. Danach legte sie nach und nach die linke Hand auf meine skizzierten „Kunstwerke“ und pendelte mit der rechten Hand jedes Linsensystem aus. Ich staunte nicht schlecht, als sie dann meinte: „Das hier! Mit diesem Linsensystem starten wir!“ Ich erwiderte: „OK, machen wir. Sagen Sie, funktioniert das immer?“ „Nein, manchmal irrt ER sich. Aber ER nimmt mir oft schwierige Entscheidungen ab und macht es mir dadurch etwas leichter!“

Wir beide grinsten uns an. Sie ist tatsächlich nicht die typische Esoterikerin, sondern ein total entspannter und angenehmer Mitmensch. Nun bin ich natürlich sehr gespannt, ob die Pendel-Entscheidung auch wirklich Recht behält. Ich halte Euch auf dem Laufenden!

Der grosse Schelm mit Brille

An meine Brille

Ich wäre glatt verloren,
wärst du nicht stets bei mir.
Du hängst an meinen Ohren
grad so, wie ich dir.
Ich trag dich, wenn auf Zehen
die Nacht sich niedersenkt.
Dann kann ich besser sehen
den Traum, der mich umfängt.
Und wenn ich einst verschwinde
für immer, bleib bei mir.
Damit ich sicher finde
den Weg zur richt’gen Tür.

(Heinz Erhardt)

Heinz Erhardt war bekanntermassen kurzsichtig und brauchte eine Brille. Und da er unter Lampenfieber litt, trug er auf der Bühne immer eine Brille mit Fensterglas 🙂

Wer, wie ich, nicht genug von Heinz Erhardt bekommen kann, sollte sich zum Thema „Brille“ diesen kurzen Videotrailer anschauen, es lohnt sich!

Ideen muss man haben! Teil 2

Im Februar habe ich Euch ja eine lustige Geschichte aus meinen Skiferien erzählt. Damals ging es um den Einfallsreichtum alterssichtiger Menschen, die sich bei ihrer schlechter werdenden Sehschärfe in die Nähe mit allen möglichen Mitteln behelfen.

Am letzten Samstag war ich in einer italienischen Espresso-Bar in Basel zu Gast. Am Nebentisch sass eine ältere Dame, perfekt gestylt und hübsch in Schale geworfen. Ihr Handy lag auf dem Tisch, darüber hielt sie eine Handlupe. Tief beugte sie sich nach unten über die Lupe und tippte dabei flink ein SMS in die Tastatur. Das ist doch eine völlig neue Methode, findet Ihr nicht auch? Allerdings: total umständlich. Diese gepflegte Dame kann also nur ihr Handy bedienen, wenn sie a) sitzt und b) eine Lupe dabei hat.

Übrigens, nachdem sie den Espresso getrunken hatte und ihr Handy wieder in ihrer Prada-Handtasche versorgt hatte, zog sie sich die Lippen mit dem Lippenstift nach. Dafür kam dann ein kleiner Spiegel zum Einsatz. Was für ein Wunder, dass sie dafür nicht auch noch die Handlupe benötigte. Das hätte ich so gerne gesehen 😉 !

Albert Einstein oder doch Marilyn Monroe?

Besteht eine Ähnlichkeit zwischen Albert Einstein und Marilyn Monroe?

Einstein_Monroe

Bild: Aude Oliva / Massachusetts Institute of Technology

Die Schwarz-Weiss-Abbildung wurde von amerikanischen Forschern um Aude Oliva (Massachusetts Institute of Technology) entwickelt. Man kann damit herausfinden, ob man kurz- oder weitsichtig ist. Erkennt man Einstein, dann ist man auskorrigiert, lächelt einem jedoch Marilyn Monroe entgegen, dann sollte ein Augenoptiker aufgesucht werden :-). 

Bei der Abbildung handelt es sich um ein sogenanntes Hybridbild. Im Computer wird ein Motiv weichgezeichnet (hier: Monroe) und ein zweites kontrastreiches Bild (hier: Einstein) darübergelegt. In der Nähe nimmt das menschliche Auge vor allem die Konturen wahr, in der Ferne dominieren die Hell-Dunkel-Unterschiede. Damit ist es auch völlig normal, dass man in der Nähe Einstein und in der Ferne Monroe erkennen kann.

Viel Spass bei diesem ungewöhnlichen und interessanten Sehtest!

Hase – Oster Hase ;-)

Osterhase_2015 024_480

 

Mein Name ist Hase.
Oster Hase.
Meine Mission: Ostereier,
erst dann gibt's ne richtige Feier.
Moneypenny komm lass uns gehen, damit wir keinen übersehen.
Ostereier verteilen ist ne echte Freude, drum lieber keine Zeit vergeude!

frei und fröhlich gereimt von Eurer Hecht-Bloggerin 😉

Ideen muss man haben!

Es gibt ja die unterschiedlichsten Möglichkeiten, wie sich Menschen bei einer schlechter werdenden Sehschwäche in die Nähe selbst zu helfen wissen. Die Lesebrille seines Partners verwenden, die Zeitung mit „langen Armen“ halten, die vorhandenen Glühbirnen mit höheren Wattzahlen ausstatten, die Fernbrille abnehmen (klappt nur bei den Kurzsichtigen!) oder einfach aufs Lesen zu verzichten. Erschwert wird dieser Sachverhalt, wenn man sich dazu noch draussen aufhält. Abgesehen von uns korrigierten Kontaktlinsenträgern mit fantastischen multifokalen Linsen 😉 werden die wenigsten Nicht-Linsen-Träger eine korrigierte Sonnenbrille für Ferne und Nähe besitzen. Es gibt aber eine tolle Variante, die ich zuvor auch noch nie gesehen habe. Aufgepasst!

In meinen Skiferien konnte ich während einer Seilbahnfahrt bei einem etwa 50jährigen Mann beobachten, wie er das Problem der Alterssichtigkeit auf seine Weise löste. Um die Skigebietskarte lesen zu können, schob er einfach eine schmale Lesebrille (an der er die Bügel abmontiert hatte!) zwischen Augenpaar und bereits aufgesetzter Sonnenbrille. Das klappt!

Das ganze Manöver stellte sich ein wenig ungelenk dar: Man stelle sich vor, er musste gleichzeitig Lesebrille hineinschieben, Skier und Stöcke halten und mit dem Schwanken der Seilbahn klar kommen. Übrigens: Skischuhe sind dabei nicht unbedingt eine grosse Hilfe, um den unsicheren Stand auszugleichen. Ich hätte Euch so gerne diese Szene fotografisch festgehalten, aber ich habe mich ehrlich gesagt nicht getraut und konnte nur ungläubig dabei zuschauen.