„Ich seh Dir in die Augen, Kleines!“ Teil2

Treffen sich zwei Augenpaare, muss es sich nicht immer um Liebe auf den ersten Blick handeln. Unter Umständen kann es auch einmal unangenehm oder sogar unheimlich werden. Augenkontakte, die über vier Sekunden anhalten, lösen – laut einer Forschergruppe – Angstgefühle aus. Der perfekte Blickkontakt ist offensichtlich 3,3 Sekunden lang 🙂 . Also: 21 – 22 – 23 – STOP!

Bei 500 Versuchsteilnehmern wurde gemessen, dass bei weniger als drei Sekunden die Kontaktaufnahme zu kurz sei und über drei Sekunden es als bedrohlich wirke, wenn man sein fremdes Gegenüber anstarre.
Offenbar gilt dies aber nicht immer bei attraktiven Frauen und Männern 😉 Männer fürchten sich also nicht so schnell beim Blick einer hübschen Blondine … nein, Männer freuen sich stattdessen!

Auslöser ist die Pupillengrösse
Die Forscher haben festgestellt, dass bereits bei einer klitzekleinen Reaktion der Pupillen die Versuchsperson genug vom Blickkontakt hatte. Weiten sich Pupillen schneller und stärker wünscht sich das Gegenüber einen längeren Augenkontakt. Dies zeigt sich aber innerhalb der ersten halben Sekunde!
Also: Theoretisch kann die gewünschte Blickdauer allein aufgrund der Pupillenweitung als Reaktion und Bejahung eines weiteren Kontaktes vorhergesagt werden. Dann heisst es: 21 – 22 – 23 – STOP und darauf hoffen, dass eine positive Reaktion zurückkommt.

Für alle, die ihr Glück noch suchen, empfehle ich das Video!
Hier geht’s zum Video der englischen Forschergruppe!

Schon einmal gehört?

Wer blaue Augen hat, kann offenbar eher alkoholkrank werden. Forscher an der Universität Vermont haben etwa 1000 alkoholabhängige Amerikaner untersucht und dabei festgestellt, dass die Blauäugigen am stärksten gefährdet seien. Das Risiko für dunkelbraune Augen sei am geringsten.

Offensichtlich sind die genetischen Komponenten, welche die Augenfarbe festlegen, auf dem identischen Chromosomen aufgereiht wie die Gene, die immer mit dem exzessiven Alkoholkonsum in Zusammenhang gebracht werden. Allerdings kann die Forschergruppe, trotz mehrmaligem Überprüfen der Ergebnisse und Neuanordnung der Prüfgruppe, bisher nicht sagen, warum dies so ist. Die Forscher hoffen nun aufgrund dieser Erkenntnisse der Ursache des Alkoholismus auf die Schliche zu kommen. Ist die Alkoholsucht in erster Linie vererbt oder wird sie doch durch das eigene Umfeld ausgelöst?

Studien* aus dem Jahr 2000 haben bereits einen Zusammenhang zwischen Augenfarbe und Alkoholsucht festgestellt.

* „Eye Color predicts alcohol use in two archival samples“ von Jonathan F. Bassett und James M. Dabbs Jr. /  Department of Psychology, Georgia State University in Atlanta

Auf der Jagd nach müden Augen!

Mit einem neuen Messgerät, dem sogenannten Pupillomat*, wird die Polizei zukünftig auf übermüde Autofahrer Jagd machen. Der Pupillomat ist eine grosse Brille mit einer integrierten Infrarotkamera. Damit wird die Pupille des Autofahrers gemessen. Je grösser die Pupille, desto müder ist die Person. Die Fahrtüchtigkeit wird danach mit einem „Pupillen-Unruhe-Index“ berechnet.

Jeder vierte Verkehrsunfall ist auf die Müdigkeit des Autofahrers zurück zu führen. 17 Stunden ohne Schlaf entspricht einer Reaktionszeit eines Menschen mit 0.5 Promille im Blut. Die Trefferquote des Pupillomaten ist hoch: Messungen haben gezeigt, dass das Messgerät exakte Werte liefert (Uniklinik Graz, Schlafmedizin).

In Österreich ist der Pupillomat bereits im Einsatz, die Schweiz folgt nun auch. Das deutsche Bundesland Niedersachsen führt seit 2009 in einem Pilotprojekt Messungen durch. Übrigens, die NASA setzt den Pupillomat auch bei ihren Astronauten ein.

* Erfinderin des Pupillomaten ist Frau Prof. Dr. med. Barbara Wilhelm von der Tübinger Universitäts-Augenklinik.

Sehen wie ein Adler!

Bei der Neuanpassung von Kontaktlinsen staunte ich nicht schlecht, als mir mein 16jähriger Kunde ganz präzise und sehr schnelle Antworten in der Brillenglasbestimmung machte. Auch die von ihm erreichte Sehschärfe von Visus 1.6 war überdurchschnittlich.

Im Informationsgespräch war er besonders ernsthaft und sehr wissbegierig. Überhaupt kam er mir erstaunlich erwachsen und „taff“ vor, was ich normalerweise eher von Mädchen in diesem Alter gewohnt bin. Dieser Mensch machte mich also richtig neugierig. Ich fragte ihn interessenshalber zu seinen Zukunftsplänen. Und er meinte daraufhin, dass die Berufswahl ohnehin schwierig werden wird, weil er mit zwischenmenschlichen Beziehungen ein grosses Problem habe. Der Grund dafür sei seine Kontaktstörung, auch unter dem Begriff Autismus bekannt.

Der Autismus ist eine angeborene und unheilbare Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung des Gehirns. Der Autismus zählt zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen bei einem Menschen. Es betrifft etwa drei von 10‘000 Menschen und ist bei Jungen dreimal häufiger vorkommend als bei Mädchen.

Geschichten über Autisten, die über besondere Sehfähigkeiten verfügen, kennt man bereits schon länger. Eine Frau berichtete einmal, dass sie nachts zum Autofahren häufig vergessen würde, das Licht einzuschalten, weil sie selbst immer den Eindruck habe, scharf zu sehen. Tatsächlich gibt es Studien zur Sehfähigkeit bei autistischen Menschen. Forscher von der Universität Cambridge haben Untersuchungen über die Sehschärfe von Autisten durchgeführt. Die Studienergebnisse waren verblüffend. Die mittlere Sehschärfe der 15 Studienteilnehmer war mit der Sehschärfe von Greifvögeln vergleichbar! Die Autisten konnten bereits in 20 Metern Details sehen, die der Normalsichtige erst in sieben Metern erkennen konnte.

Man geht davon aus, dass die Netzhaut von Autisten über eine atypisch erhöhte Anzahl und Dichte der Zäpfchen verfügt oder/und verschiedene Neurotransmitter im Gehirn für diese unglaubliche Sehschärfe verantwortlich sind.

Mein junger Kontaktlinsenträger ist kerngesund und möchte mit seiner ganz besonderen Persönlichkeit von uns Mitmenschen akzeptiert und nicht als Sonderling abgestempelt werden.