Ideen muss man haben! Teil 2

Im Februar habe ich Euch ja eine lustige Geschichte aus meinen Skiferien erzählt. Damals ging es um den Einfallsreichtum alterssichtiger Menschen, die sich bei ihrer schlechter werdenden Sehschärfe in die Nähe mit allen möglichen Mitteln behelfen.

Am letzten Samstag war ich in einer italienischen Espresso-Bar in Basel zu Gast. Am Nebentisch sass eine ältere Dame, perfekt gestylt und hübsch in Schale geworfen. Ihr Handy lag auf dem Tisch, darüber hielt sie eine Handlupe. Tief beugte sie sich nach unten über die Lupe und tippte dabei flink ein SMS in die Tastatur. Das ist doch eine völlig neue Methode, findet Ihr nicht auch? Allerdings: total umständlich. Diese gepflegte Dame kann also nur ihr Handy bedienen, wenn sie a) sitzt und b) eine Lupe dabei hat.

Übrigens, nachdem sie den Espresso getrunken hatte und ihr Handy wieder in ihrer Prada-Handtasche versorgt hatte, zog sie sich die Lippen mit dem Lippenstift nach. Dafür kam dann ein kleiner Spiegel zum Einsatz. Was für ein Wunder, dass sie dafür nicht auch noch die Handlupe benötigte. Das hätte ich so gerne gesehen 😉 !

Auf der Jagd nach müden Augen!

Mit einem neuen Messgerät, dem sogenannten Pupillomat*, wird die Polizei zukünftig auf übermüde Autofahrer Jagd machen. Der Pupillomat ist eine grosse Brille mit einer integrierten Infrarotkamera. Damit wird die Pupille des Autofahrers gemessen. Je grösser die Pupille, desto müder ist die Person. Die Fahrtüchtigkeit wird danach mit einem „Pupillen-Unruhe-Index“ berechnet.

Jeder vierte Verkehrsunfall ist auf die Müdigkeit des Autofahrers zurück zu führen. 17 Stunden ohne Schlaf entspricht einer Reaktionszeit eines Menschen mit 0.5 Promille im Blut. Die Trefferquote des Pupillomaten ist hoch: Messungen haben gezeigt, dass das Messgerät exakte Werte liefert (Uniklinik Graz, Schlafmedizin).

In Österreich ist der Pupillomat bereits im Einsatz, die Schweiz folgt nun auch. Das deutsche Bundesland Niedersachsen führt seit 2009 in einem Pilotprojekt Messungen durch. Übrigens, die NASA setzt den Pupillomat auch bei ihren Astronauten ein.

* Erfinderin des Pupillomaten ist Frau Prof. Dr. med. Barbara Wilhelm von der Tübinger Universitäts-Augenklinik.